Phlegmone

– wenn ein Tritt ärztliche Behandlung nach sich zieht

Die 19-jährige Stute „Davina“ (Name geändert) erhielt vorberichtlich einen Tritt gegen ihr linkes Sprunggelenk mit einer daraus resultierenden Wundverletzung. Drei Tage später ist die Stelle großflächig angeschwollen und warm. Wir können zwar kein Fieber bei ihr feststellen, erkennen aber eine geringfügige Lahmheit und ein ggr. gestörtes Allgemeinbefinden.

Die Diagnose liegt auf einer Phlegmone (diffuse eitrige Entzündung im tiefen Gewebe) nach einer Wundverletzung.

Symptome eines Phlegmons:

  • deutliche Schwellung des betroffenen Beins
  • verstärkte Wärmebildung
  • Rötung der Haut
  • Schmerzhaftigkeit, teils starke Lahmheit
  • Fieber, Mattigkeit und reduzierter Appetit möglich
  • teils nässende/eitrige Wunden/Hautstellen

Ursachen einer Phlegmone:

  • meist Eintritt von Bakterien über Hautverletzungen, Mauke o.ä.
  • häufig Gliedmaßen betroffen, da Verletzungen durch bspw. Tritte schnell entstehen

Diagnose: Phlegmone nach Wundverletzung

Therapie:

  • Sedation zur Wunschbehandlung
  • Scheren und Reinigung der Wunde
  • Gabe von Entzündungshemmer, Antibiotikum, harntreibendes Medikament/Kortison
  • Anbringen eines Angussverbandes inklusive Tupfer mit entzündungshemmender Salbe auf der Wunde

Nach einer solchen Wunde ist eine Boxenruhe mit regelmäßiger Wundtoilette für das Pferd erforderlich.

Verlauf:

Nach drei Tagen führten wir eine Kontrolluntersuchung durch und konnten eine deutliche Verbesserung feststellen.

  • Abnahme des Verbandes, allerdings muss weiter auf ausreichend Ruhe und eine kontrollierte Schrittbewegung geachtet werden
  • weitere Gabe der Medikamente
  • wenn das Pferd weiter lahmfrei ist und keine sichtbare Schwellung am Bein sichtbar ist, können die Medikamente abgesetzt werden