Melanom
Symptome: Typische Anzeichen eines Melanoms
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Umfangsvermehrungen anfangs oft keine klinischen
Symptome
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teils Infektion / Ulzeration an Umfangsvermehrungen, Aufbruch möglich
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zunehmendes Wachstum: lokale Funktionseinschränkungen möglich, zum Beispiel gestörter Kotabsatz bei Tumoren am Anus, Probleme bei Futteraufnahme & Rittigkeit bei Lokalisation an Lippen / Ohrspeicheldrüse
Bei Paulina zeigen sich pfirsichgroße Veränderungen beidseits der Ohrspeicheldrüsen sowie im Bereich des Anus, ergänzt durch mehrere kleinere Knötchen an der Schweifrübe.
Ursachen und Erklärung: Worum handelt es sich bei einem Melanom und wie entsteht es?
- einer der häufigsten Hauttumoren beim Pferd
- entstehen aus entarteten Pigmentzellen (Melanozyten)
- verstärkte Melanozyten-Aktivität → mögliche Entartung zu Tumorzellen
- kommen bei allen Fellfarben vor, Schimmel jedoch am häufigsten betroffen
- genetische Komponente durch das sogenannte Grey-Gen
- Schimmel: Geburt mit farbigem Fell → schrittweises Ausschimmeln bis weiß
- Ursache: Absterben pigmentbildender Zellen durch genetische Mutation
- schnelleres Ergrauen → erhöhtes Melanomrisiko (anderes genetisches Profil)
- ca. 80 % aller Schimmel entwickeln im Laufe des Lebens Melanome
- meist langsames Wachstum der Tumoren
Diagnose: wie kann ein Melanom sichergestellt werden?
- klinische Untersuchung
- typische Prädilektionsstellen: Schweifrübe, Anus, Ohrspeicheldrüse, Lippen, Genitalien, Ohrgrund
- Biopsie (risikoreich durch Manipulation) + Histologie
- wichtigste Differentialdiagnose: Equines Sarkoid
Therapie
- teilweise Aufweisen aller Kriterien eines bösartigen Wachstums bei Melanomen, inklusive der Bildung von Metastasen in innere Organe ist möglich
- verschiedene Kategorien Melanome = unterschiedliche Charakteristika
- chirurgische Entfernung: kleinere Melanome leichter entfernbar, aber Pro / Contra OP von mehreren Faktoren abhängig, zum Beispiel Lokalisation oder Größe
- Melanom-Impfung: Bildung Antikörper gegen überexprimiertes Enzym, aber mehrere Impfungen / Auffrischungen nötig (nicht überall erhältlich)
- weitere Medikamente / Chemotherapeutika / Immuntherapie
Erfolgschancen
- gegensätzlich zu Equinen Sarkoiden selten Rezidive an der selben Lokalisation bei Melanomen, demnach gute Prognose bei chirurgischer Entfernung (diese ist jedoch nicht immer möglich)
- Impfung lässt Tumorwachstum stagnieren, teilweise mit Reduktion der Größe bis zur vollständigen Remission
- weitere Medikamente gemischte Erfolgschancen
- Therapieoptionen weiterhin Bestandteil der Forschung
Fazit: Melanome - wie sie einzuschätzen sind
Dieser Fall verdeutlicht, dass Melanome bei älteren Schimmeln häufig auftreten und an typischen Lokalisationen zu finden sind – oft zunächst ohne klinische Einschränkungen. Trotz meist langsamen Wachstums sollten Umfangsvermehrungen regelmäßig kontrolliert werden, da sie je nach Lage und Ausdehnung Komplikationen auftreten können. Eine frühzeitige Einschätzung und Verlaufskontrolle sind entscheidend für das Management.
Diskussion
Häufig sind besonders junge oder alte Pferde von Hautpilzinfektionen betroffen, da ihr Immunsystem noch nicht, oder nicht mehr ausreichenden Schutz gegen die Sporen bildet.
Es wird ein vermehrtes Auftreten in der Fellwechselzeit beobachtet und auch ein Zusammenhang zu mangelhafter Hygiene von Sattel- und Putzzeug ist beschrieben. Häufiges Waschen mit ungeeigneten Shampoos kann ebenfalls begünstigend wirken, da die Hautbarriere durch das falsche Shampoo beschädigt werden kann.
In jedem Fall ist zu beachten, dass eine Hautpilzinfektion infektiös für andere Pferde sein kann und, weil es sich um eine Zoonose handelt, auch uns Menschen betreffen kann.
Sollten auch an Menschen kreisrunde, rötliche Hautstellen auffallen, ist es ratsam, den Haus- oder Hautarzt auf einen Pilzbefall bei seinem Pferd hinzuweisen.
Dermatophytose beim Pferd ist eine gut behandelbare, oberflächliche Hauterkrankung mit in der Regel sehr guter Prognose. Nach erfolgreicher Therapie und Abheilung bestehen keine Einschränkungen der Rittigkeit oder Nutzung des Pferdes.







