Aortenklappeninsuffizienz

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Der 16-jährige Wallach „Blue“ (Name geändert) wurde vorberichtlich seit wenigen Monaten bei Belastung rascher Müde. Bei einer routinemäßigen Impfung wurde darüber hinaus eine Askultation des Herzens durchgeführt, wo Herzgeräusche des Grades 4/6 (lauter als physiologische Herztöne) festgestellt wurden. Sein Allgemeinzustand war ansonsten ungestört.

Wir führen weitere Untersuchungen des Herz-Kreislauf-Systems durch, um zu einer Diagnose zu kommen.

Weiterführende Untersuchungen: Ultraschall

  • Darstellung des Herzens (in verschiedenen Ebenen) und des Blutflusses
  • nicht vollständig schließende Aortenklappe sichtbar
  • pathologische Verwirbelungen des Blutflusses
  • nach Messung Vergrößerung der linken Herzkammer

Weiterführende Untersuchungen: EKG

  • Beurteilung des Herzrythmus in Ruhe und in Belastung
  • Trab für 10 Minuten, Galopp für 5 Minuten, danach eine Ruhephase
  • dauerhafte Beobachtung des Pferdes mit anschließendem EKG
  • keine Feststellungen von Arrhythmien oder sonstigen Auffälligkeiten

Diagnose: hochgradie Aortenklappeninsuffizienz, mittelgradige Vergrößerung linker Ventrikel (sekundär)

  • „undichter“ Verschluss der Aortenklappe, Rückfluss von Blut aus Aorta in die linke Herzkammer
  • langfristige Volumenüberlastung des linken Ventrikels, Folgeerkrankungen (z.B. Herzvergrößerung)

Symptome einer Aortenklappeninsuffizienz:

  • lange symptomlos, v.a. bei milden Formen
  • Leistungsminderung, rasche Ermüdung bei Belastung
  • Herzgeräusch
  • in fortgeschrittenen Fällen: Arrhythmien, Husten, Ödeme, Atemnot, Synkopen (Kreislaufzusammenbrüche)

Ursachen einer Aortenklappeninsuffizienz:

  • degenerative Veränderung der Aortenklappe (häufigste Ursache)
  • angeborene Fehlbildungen
  • bakterielle Klappenentzündung
  • sekundär infolge anderer Herzveränderungen

Therapie:

  • Anpassung der Bewegung, keine extremen Leistungen mehr
  • Gabe eines ACE-Hemmers zur Eindämmung der Insuffizienz
  • sonographische Kontrolle in einem halben Jahr

Verlauf:

  • vorsichtige Prognose
  • aufgrund Vergrößerung der linken Herzkammer -> reiterliches Risiko gegeben
  • Gefahr einer Arrhythmie, Kollaps unterm Reiter
  • weiterhin regelmäßige Kontrollen zur individuellen Anpassung der/des Medikation/Bewegungsprogramms